Care Migration: Ein Arbeitsmarkt mit vielen Rechtslücken

20. November 2013 09:54

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Care Migration: Ein Arbeitsmarkt mit vielen Rechtslücken

Kurz nach Mittag findet Ildiko Taba (Bild) Zeit für ein Telefongespräch. «Von eins bis zwei habe ich immer Mittagspause», sagt die Ungarin. Ihre Arbeitgeberin lege sich dann jeweils zum Mittagsschlaf hin. Seit zehn Jahren betreut Taba in der Schweiz Demenzkranke in deren eigenem Zuhause. «Ich habe sie immer bis zum Sterben begleitet», sagt sie. Schon als Kind habe sie miterlebt, wie ihre Grosseltern zu Hause starben. Für Taba war von klein auf klar: «Wir müssen dort helfen, wo wir können.» Sie stammt aus einem 3500-Seelen-Dorf südlich von Budapest, in dem noch das Deutsch der Donauschwaben gesprochen wird. Dass sie im Ausland Arbeit suchte, hatte wirtschaftliche Gründe: Die Arbeitslosenquote in ihrer Heimat ist hoch. Und die Eltern konnten Taba und ihre fünf Geschwister finanziell nicht unterstützen. Nachdem die gelernte Sozialarbeiterin zunächst in Deutschland gearbeitet hatte, wo sie «eher Haushälterin als Betreuerin war», kam sie mit 27 Jahren in die Schweiz. «Mein Berufsalltag ist immer wieder anders, je nach Zustand der Patienten», sagt sie. Drei Demenzkranke habe sie bisher in der Schweiz bis zum Tod betreut. Ihre jetzige Arbeitgeberin sei körperlich noch fit, deren Mann berufstätig. «Wir sitzen zusammen, gehen einkaufen, malen Mandalas oder machen im Garten etwas», schildert Taba ihre Arbeit. «Ich wohne im gleichen Haus. Diese Leute brauchen einfach Sicherheit.» Abends habe sie nichts zu tun. Und nachts könne sie durchschlafen, da ihre Arbeitgeberin auch durchschlafe. Aus dem Hintergrund ist deren Stimme zu hören. «Ich komme gleich, bin nur kurz am Telefon», ruft Taba ihr zu. Die Care-Migrantin zeigt sich zufrieden mit ihrer Arbeit: «Ich fühle mich nicht ausgenützt. Bisher hat jeder meine Arbeit geschätzt. Vielleicht hatte ich Glück.» Auch die Bezahlung sei mit netto 135 Franken pro Tag plus Reisespesen gut. Nach vier Wochen reise sie normalerweise für vier Wochen zurück nach Ungarn. «Ich brauche auch ein Privatleben», sagt Taba. Länger am Stück zu arbeiten, ginge nicht - und wäre ungesund.

«Seit der Erweiterung der Personenfreizügigkeit 2011 wird viel darüber berichtet. In den Berichten wird Care Migration oft entweder als Win-win-Situation oder als ausbeuterisches Arbeitsverhältnis beschrieben. Das verunsichert», sagt Jasmine Truong. Zusammen mit der Stadtzürcher Fachstelle für Gleic...

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